Zozo, 5 Erfahrungen mit dem Geist im Ouija Brett

MardukEr kann Leute besetzen, die ein Hexenbrett benutzen, indem er langsam ihr Vertrauen gewinnt. Dabei soll er schon Spielern auf der ganzen Welt erschienen sein. Die Menschen sind sich dabei nicht bewusst, dass sie besessen sind. Der Dämon lügt und gibt vor, ein liebevoller und sympathischer Helfer zu sein. Die meisten Leute wissen nicht, mit wem sie da sprechen, bis es zu spät ist.

Was ist also dran?

Ein bösartiger Geist, der diejenigen terrorisiert und / oder übernimmt, mit denen er in Kontakt kommt? Gekettet an ein Brettspiel ? Meine erste Assoziation wäre der Robin Williams Films Jumanji. Die Geschichte von Zozo begann 2009 nach einem viralen Post in amerikanischen Online-Foren aufzutauchen und wird wie bei erfolgreichen Urban Myths und Creepy Pastas üblich, seither immer populärer mit zahlreichen Spin-Offs und Fortsetzungen.

Zunächst beweist das einmal, dass Rosemaries Baby ein wirklich guter Film war. Schließlich war das Ouija-Board bis dahin völlig unbekannt. Freilich waren bis dahin andere Methoden des automatischen Schreibens, wie Spiegel oder Scrying, verbreitet und mit der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ging es immer mehr Richtung Popkultur.

Die typischen Wahrsage-Spiegel für die Damen der oberen Gesellschaft wurden aus zwei Reihen Bergkristall geschliffen, zwischen denen ein dünner Ölfilm schwamm und so halb-durchlässig, halb -reflektierend. Das Brett kann sich eben jeder leisten. Dann steckt hinter der Geschichte selbst, wohl ein älterer babylonischer Mythos.

Die Geschichte von Pazuzu

Darren Wayne Evans heißt der Mann, der mit seiner langen und erschreckenden Geschichte über seine außergewöhnliche Begegnung auf dem True Ghost Tales Message Board für Aufmerksamkeit sorgte. Andere begannen sofort zu warnen, dass Okkultes eben kein Spielzeug ist.

Die Erscheinung soll sich stets beim Spielen gezeigt und langsam in das Vertrauen von Evans geschlichen haben. Zunächst zwang der Geist ihn ständig seinen Namen auszusprechen, als nächstes begannen sich lateinische und hebräische Symbole zu zeigen.

Das Wesen wurde dabei immer böser und düsterer und kommentierte frei darüber, wie es seine Freundinnen besetzen wolle, um sie ins Paradies zu bringen. Auf die Frage, wo das Paradies sei, erschienen die Zeichen H.E.L.L. Einmal wollte es ihn anzustiften in sein Badezimmer zu gehen um die einjährige Tochter zu ertränken. Ihre Mutter hatte sie “für eine Sekunde” in der Wanne gelassen, das Wasser war übergelaufen und sie rang um Atem, als Evans das kleine Mädchen herauszog.

Kurz darauf sei sie wegen einer ungewöhnlichen Infektion ins Krankenhaus eingeliefert und für 14 Tage isoliert worden sein, während Ärzte versuchten, die Krankheit zu diagnostizieren.

Wir haben sie fast verloren und das war der Zeitpunkt, an dem ich einen dämonischen Angriff vermutete.

Plötzlich soll Zozo in vielen verschiedenen Staaten und vielen verschiedenen Menschen erschienen sein, die allein die Nutzung des Hexenbretts verband.

Er begann Kontakt mit anderen Menschen aufzunehmen, die ebenfalls mit Geist gesprochen hatten.

Skeptiker sehen hier das zielgerichtete Wirken eines einzelnen Menschen. Der Name scheint dabei auf ein nigerianisches Forum aus 2005 zurückgehen sich auf auf Pazuzu zu beziehen. Ein fast dreitausend Jahre alte Figur der babylonischen Kultur, die zwar den Körper eines Mannes aber den Schwanz eines Skorpions hat.

Vom Dictionnaire Infernal zu Der Exorzist

Mit dem Erfolg der industriellen Revolution, begann ebenso eine spiritistische Gegenbewegung, die im deutschsprachigen Raum in Helena Blavatsky und ihr Hauptwerk „Isis entschleiert“ und Theosophie bzw. Anthroposophie mündeten. Nur begann das etwas kleiner wie 1818 mit dem Dictionnaire Infernal oder anderen Werken zur Dämonologie. Enthalten sind dort meist Listen von Dämonenarten und Erzählungen über ein junges, unschuldiges Mädchen, das von ihnen terrorisiert wird.

Ein alter Handlungsbogen der sich ebenso in vielen europäischen Märchen, wie Schneewittchen oder Dornröschen und schließlich im Roman und Film „Der Exorzist“ für ein modernes Publikum aufbereitet wurde.

Der Exorzist benennt den Dämonen dabei mit Pazuzu. Die Verbindung zum Ouija dürfte aus dem kurz davor erschienenen Rosemaries Baby stammen. Im Rahmen der daraufhin einsetzenden „Satanischen Panik“ in den USA um die rasche Änderung der Kultur, Verlust des Vietnamkriegs und der Manson-Morde wurde alles (un)mögliche auf böse Geister geschoben. Ein bekanntes Beispiel ist der berühmte Enfield-Poltergeist.

Sehr zu Freude verschiedener evangelikaler Prediger gelang es, gestützt auf Fernsehen und Massenunterhaltung „Mega-Churches“ aufzurichten.

Woher weiß ich mit wem ich mittels Brett spreche ?

Nun, viele Leute denken, dass es eine Tür zur Geisterwelt ist und es egal ist, ob man daran glaubt oder nicht. Sobald die Tür offen ist, kann jeder Geist – ob gut oder böse – hindurchgehen und Menschen kontaktieren. Erfahrungsgemäß ist das für alle Methoden des automatisierten Schreibens, Kaffeesatz-Lesens oder der Zukunftsschau falsch.

Es braucht fast immer ein äußerst talentiertes und speziell geschultes Medium, das seinen hohen Preis ja genau durch die Besonderheit rechtfertigt. Wenn das jeder könnte, wäre es ja eben kein Geschäft.

Gehen wir also die Beschreibungen eines typischen spiritistischen Medium durch, um einen Eindruck zu bekommen:

  • Stimmung oder Temperatur des Raumes kann plötzlich und unvermutet abkühlen.
  • Z und O befinden sich an gegenüberliegenden Enden des Bretts. Der Zeiger folgt einer gedachten Unendlichkeit-schleife (liegender Acht) zwischen Z und O.
  • Kratzer, Schürfungen oder blaue Flecken erscheinen am Körper des Mediums.
    Spätestens hier sollte man, das zu diesem Zweck vorbereitete Pentagramm ausstrecken und die Worte aussprechen „Ich wünsche, dass du gehst.“ Oder es zumindest intensiv denken.

Eine Subkultur entsteht

Im Jahr 2010 wurde ein Video mit dem Titel Scariest Demon Possessed Girl auf YouTube hochgeladen und brachte es auf über 6 Millionen Views.

Im Jahr 2012 wurde ein Film zu dem Thema gemacht. Die Handlung folgt 5 jungen Menschen, die auf dem Dämon treffen, nachdem sie das Spiel gespielt haben. Darren Wayne Evans hat einen Cameo-Auftritt. Ähnlich wie Valak und die Nonne aus Conjuring, wo eine wirklich gute Geschichte (real oder imaginiert) eine Hysterie erzeugt, die Menschen dann mit ihrem eigenen “echten” Erfahrungen mischen, bildet sich hier ein Mikrouniversum.

Und so etwas Suggestives ist wie den Bewegungen eines Zeigers zu folgen, die eine Gruppe von Leuten nach Fantasie und Vorstellungskraft interpretieren kann ist ideal dazu.

Ich würde immer lieber in einer Welt leben, in der in jeder Höhle ein Drache oder eine Fee leben kann, als eine verwaltete Nummer unter sowjetischen Bürokraten. Entsprechend finde ich das alles, gar nicht so schlecht.

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