Freimaurer Atatürk, die Dönmeh und Rothschild Türkiye

Wo immer man in der islamischen Welt auf einen Sufi-Orden stößt, hat man vermutlich ein ethnisches, indoeuropäisches Refugium gefunden.

Der Grund ist, dass sich das indoeuropäisches Gottesverständnis, von der ständigen göttlichen Präsenz innerhalb der Schöpfung (Immanenz) und das semitische, über die feststehende Trennung Gottes außerhalb und über der Schöpfung (Transzendenz) gegenseitig auschschließen. Kurz zusammengefasst neigen indoeuropäisch Kulturen meist dazu, Gott in sich selbst und semitische Kulturen Gott außerhalb zu suchen.

Entsprechend ist die Anfälligkeit Götzen zu verehren in semitischer Kulturen relativ hoch und das Regelwerk streng gefasst. Während indoeuropäischer Kulturen mit ihrer Lehre vom inneren Kompass auch gern mal in das absolute Gegenteil der ursprünglich beabsichtigen Marschrichtung umschlagen können. Und wenn man Gedenkstätte und Mausoleum Anitkabir in Ankara besucht wird die Erzählerstimme im angebauten Kino nicht müde immer wieder seine blauen Augen und blonden Haare zu betonen, fast als wollte sie uns damit etwas mitteilen.

Die Schechina und die Dönme

Zwischen diesen beiden extremen Polaritäten haben Teile des Judentums, genauer gesagt die kabbalistisch geprägten Sabbatianer und Frankisten mit ihrer Lehre von der Schechina eine Zwischenstufe eingezogen, die von orthodoxen Juden vor allem litauscher Prägung mit besonderen Augenmerk auf Gaon von Wilna massiv bekämpft wird. Unter der Schechina verstehen kabbalistische Juden, die Anwesenheit von Gott in der Welt, die nicht Gott selbst, sondern als Zerrspiegel die „große Göttin“ ist.

Entsprechend sehen Frankisten, nach dem polnischen, jüdischen Anführer Jakob Frank, und ihre Nachfolger im Osmanischen Reich die Dönme (Sabbatisten) nach Schabbtai Zvi ihre Rolle darin, die Trennung zwischen Gott und Mensch zu überwinden und die Schechina wieder mit Gott zu vereinen. Das Bild der Freimaurer dafür ist die Errichtung des salomonischen Tempels, der im Grunde das gleiche ausdrücken möchte.

Die Jahreszahl 1666 für das Auftreten von Schabbatai Zevi in Istanbul als Messias ist also kein Zufall. 666 ist ein kabbalatischer Code für die materielle Welt, was gerne mit „großes Tier“ übersetzt wird und eigentlich nur auf den sehr irdischen Ursprung verweist. Während das Wesen des Vaters die Strenge ist, ist das Wesen der Schechina die Fülle. Das sind nicht so sehr gegensätzliche, wie sich einander ergänzende Prinzipien. Die Glaubenspraxis der Sabbatianer war entsprechend von „Ehefrauen-Tausch“, Orgien und gewissen sexuellen Ausschweifungen geprägt, wie sie auf der späteren Staatsyacht der türkischen Republik durchaus vorgekommen sein sollen.

Die gegensätzliche Strenge des Vaters mit harter Sittlichkeit und einem Wortverständnis der Schrift, wie im sunnitischen Islam oder auch einem Gaon von Wilna und der entstanden Gruppe der Mitnagdim sind die polare Kehrseite dieser Medaille.

Unsere Welt ist in einer Art erschaffen, dass jedes Extrem immer auch sein Gegenteil hervorbringt und das Pendel der Geschichte von einer auf die andere Seite und wieder zurückschwingt.

Die Freimaurerei und die Jungtürken

In diesem Sinn war das europäisch, freimaurerisch geprägte Komitee der Jungtürken die natürliche Gegenbewegung zum islamischen Kalifat Sultan Abbdülhamid II., das seine höchste Ausprägung in der Herrschaft Mustafa Kemals nach dem Ende des 2. Weltkriegs fand. Als Gegenreaktion darauf hat sich wieder eine traditionaliste, neo-osmanische Bewegung gebildet, die mit dem politischen Aufstieg Necmettin Erbakans begann und sich unter Präsident Erdogan einer islamischen Renaissance widmet. Nicht vergessen werden darf dabei, dass die Mutter als Archetyp durchaus mörderisch ist. Der Völkermord an den Armeniern geht nicht zuletzt auf das jungtürkische Komitee zurück, die in der religiös geprägten Klassengesellschaft des Sultans durchaus anerkannter Teil der Gesellschaft waren.

Gesellschaftliche Konflikte sind in aller Regel ethnische Konflikte, die dadurch entstanden sind, dass der eine Stamm den anderen Stamm vor Urzeiten unterworfen hat. Dieser permanente Konflikt kann entweder in Form innerhalb der Gesellschaft institutionalisiert werden, indem aus den unterschiedlichen ethnischen Gruppen die verschiedenen gesellschaftlichen Klassen oder Kasten hervorgehen oder er wird früher oder später in Vertreibung und Auslöschung enden. Wie es nach Ende des Osmanischen Reichs mit den Armeniern oder den Bevölkerungsaustausch mit Griechenland passiert ist.

Der einzige Weg die ethnische Zugehörigkeit als Ordnungsprinzip zu überwinden ist in der Regel die einheitliche Staatsreligion. Nur waren Griechen und Armenier eben christlich, während die Mehrheit der Bevölkerung muslimisch war.

Mit Abschaffung des Kalifats ist damit der Konflikt zwischen „weißen und schwarzen Türken“ also wohl ursprünglich europäisch bzw. asiatischer Herkunft durchgebrochen, der sich als Klassenunterschied in der Türkischen Republik manifestiert hat und wieder die Grundlage für einen islamischen Wiederaufstieg bot, der vorwiegend von „schwarzen Türken“ getragen wird, die eben eine Auflösung der gesellschaftlichen Klassen anstreben.

Kryptojude, Albaner oder Freimaurer ?

In erster Linie war Mustafa Kemal wohl Überbleibsel einer alten indogermanischen Diaspora, die sich in den Islam als Beispiel einer semitischen Weltanschauung nur schlecht zu integrieren sind.

Während semitische Kulturen eher mystisch geprägt sind, vom Geheimnis und der Verborgenheit Gottes geprägt, sind indoeuropäische Kulturen eher faustisch zur Unendlichkeit hin strebend geprägt. Die entsprechende Ideologie dafür wird sich dann schon finden.

Deshalb wird der Islam sich grundsätzlich nur in einer ethnischen Mischzone, wie sie der arabische Bogen, von Maghreb bis Südostasien ja ist, als Ordnungsprinzip durchsetzen und sich mit zunehmender ethnischer Vermischung auch in Mitteleuropa verbreiten.

Allerdings ist auch hier der Mechanismus unserer Welt, dass auf jede Entwicklung auch eine Gegenbewegung folgt und sich die beiden abwechseln. Oder anders erklärt, alles was aufsteigt, muss eben auch fallen aber nur, um sich wieder von Neuem zu erheben.

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