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Die katholische Kirche, der Islam und das Voodoo

By Dominik Schwarz (Own work) [CC BY-SA 3.0 or GFDL], via Wikimedia Commons

Der Wasserfall von Sodo, stellt sowohl im Voodoo als auch im katholischen Glauben einen bedeutenden Wahlfahrtsort dar und das Erzbistum von Port-au-Prince zankt sich mit den lokalen Voodoo-Priestern regelmäßig darum. Schließlich praktizieren die meisten Haitianer Voodoo und Katholizismus und tragen auch gerne mal Marienbilder spazieren.
In der Vorstellung vieler Fanatiker und Spinner war Afrika über tausende Jahre eine Festung dämonischer Fürsten, die Stammeskriege, Sklaverei, Zauberei, Satansanbetung und Ritualmorde in Finsternis gehalten wurde, bis christliche Missionare endlich so gnädig waren, die örtlichen Einheimischen aus ihren Steinzeitkralen in die Moderne zu schleifen.

Und das ist eben ausgemachter Schwachsinn. Phönizische Schiffe begannen bereits 1200 Jahre vor Christi Geburt, den Nordrand Afrikas als Versorgungs- und Handelsposten zu nutzen wären sich vermutlich viele Europäer darum kloppten, ob jetzt der heilige Bär oder der heilige Fuchs bedeutender ist.
König Hiram von Tyrus wird in der Bibel erwähnt und soll Baustoffe zum Bau des salomonischen Tempels geliefert haben, was in einem Ehrenplatz in der Freimaurerei einbringt. Später fusionierten die Stadtstaaten am Nordrand des Kontinents zu Karthago, dass sich mit dem antiken Rom einen Wettlauf um die Supermacht der Antike lieferte.

Aufgrund der ausgedehnten Handelsbeziehungen sind die Nordafrikaner eben heute ein Mischvolk, während weder Christentum noch Islam bedeutend tiefer als Äthiopien oder Sudan in den Kontinent eindrangen.

Um 1470 n. Chr. nahmen dann portugiesische Händler die Inseln Sao Tome und Principe an der Westküste Afrikas in Besitz, um Zuckerplantagen anzulegen und Handel zu betreiben. Benötigte Arbeitskräften wurden Schwarze Herrscher gekauft und die Regierung Portugals sandte Gefangene und verbannte Juden aus Portugal, um sie zu verwalten. Mit der Zeit wurde der Sklavenhandel lukrativer und die weißen Händler begannen, Geschäfte mit einem schwarzen König im Kongo zu machen, der gefangenen Männer und Frauen lieferte, die dann auf die Inseln gebracht oder an die entstehenden Goldminen an der Küste Westafrikas weiter verkauft wurden.

Die christliche Missionsarbeit wurde ebenfalls aus dem Sklavenhandel finanziert und bis Jahre 1570 n. Chr. wurden die „Geschäftspartner“ im heutigen Kongo von einer Kombination aus portugiesischen und spanischen Soldaten erobert.

Der Präsident des Senegals meinte

Wissen Sie, hier sind 3,5 Prozent der Bevölkerung Katholiken, 90 Prozent Muslime und 100 Prozent Anhänger von Naturreligionen.

Zwischen Christentum und Naturverehrung

Genau genommen, muss man in diesem Zusammenhang gar nicht so weit blicken. Der Kult der „Schwarzen Madonna“ geht in Europa mehrere tausend Jahre zurück. Die Götter Statue einer schwarzen Frau, findet sich bspw. im Dian Tempel von Ephesus, einem der antiken Weltwunder und Ort an dem Maria nach der Kreuzigung Jesu gelebt haben soll. Die Marien-Wahlfahrtsroute von Santiago de Compostella, waren eine der ersten befestigten Straßen in Europa und übersteigen das Alter des Christentums bei weiten.

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By Wesisnay (Own work) [GFDL, CC-BY-SA-3.0 or CC BY-SA 2.5-2.0-1.0 via Wikimedia Commons

Ebenso wurde in Schreiben der frühen Christenheit die Madonna stets vor dem Namen Jesu genannt und viele Heilige der katholischen Kirche wie Johanna von Orleans beteten vorwiegend zur Gottesmutter Maria. Die Hauptkathedrale von Paris Notre Dame bedeutet übersetzt einfach „Unsere Mutter“. Interessanterweise datieren de meisten der schwarzen Madonnen auf eine Zeit vor 1300. Wenn Europa zu diesem Zeitpunkt schon überwiegend katholisch war, stellt sich einfach die Frage, woher die Heerscharen an Ketzern, Häretikern, Hexen und Zauberern denn kamen, die die Kirche im Mittelalter verfolgt haben will. Immerhin liegen zwischen dem Konzil von Nicäa von 325 n.Chr. und den Spitzen der Hexenverfolgungen im 15. und 16. Jahrhundert über 1000 Jahre vermeintlich katholischer Vormacht.

Die Vulgata oder lateinische Bibelausgabe datiert in ihrer endgültigen Fassung aus 1590 unter Papst Sixtus V, soll aber auf den Heiligen Jerome (345-420 n.Chr.) das ist ein weiteres großes schwarzes Loch in der Geschichte und auch die Quellenlage zu den Päpsten vor Avignon (1309-1377) scheint er dürftig. Vielmehr scheint der Titel Papst in der Frühzeit der Kirche, sich auf alle Bischöfe bezog, bevor es der Eigenbezeichnung für den Bischof von Rom wurde. Gleichzeitig scheint eine europäische Naturreligion davor in Europa existiert zu haben, in deren Mittelpunkt die Verehrung einer schwarzen Frau stand.

Das wird umso deutlicher, wenn man bedenkt, dass die meisten Marien-Wahlfahrtsorte um besondere Quellen, Erhebungen oder allgemein „Kraftorte“ entstanden sind und sich dieser ältere Kult mit dem neu aufkommenden Christentum überlagert hat.

Die Herkunft europäischer Religion

Hinter dem Kult der „Schwarzen Madonna“ dürfte sich also in aller erster Linie die ägyptische Göttin Isis mit ihrem Sohn Horus verbergen, die über Handelsbeziehungen nach Europa gelangt ist. Während die zweite große Religionsgruppe bis zum Beginn des Mittelalters die Bogomilen waren, die eben am Balkan Bogomilen, in Deutschland Ketzer, in Frankreich Katharer und in Italien Waldenser hießen. Das waren arianische Christen, die zu Beginn die Mehrzahl der Christen stellten und sowohl die Kreuzigung Jesu als auch Trinitätslehre oder die Eigenschaft als Gottessohn in Abrede stellten. Das heilige Buch der Waldenser enthielt Evangelien, die Apostelgeschichte, Psalmen und einige andere Texte.

Man beachte hier die Nähe zum Islam, der als heilige Schriften ebenfalls Evangelien und Psalmen anerkennt und die Kreuzigung Jesu, Trinitätslehre und die Eigenschaft Jesu als Gottessohn verneint.

Allerdings wurde es in Rom nun mal anders beschlossen und dann entsprechend, der Katharer, Waldenser, Balten und Kreuzzüge ins „heilige Land“ auch umgesetzt. An dieser Stelle möge man bedenken, dass die Führungsschicht Syriens aus Alawiten besteht, die früher einen eigenen alawitischen Staat bildeten und erst auf französische Initiative 1936 mit einer sunnitischen Mehrheit zum Staat Syrien vereint wurden und darauf hin die Zugehörigkeit zum Islam postulierten.

Die reine Lehre und der Vorsprung des Westens

Nach diesen Überlegungen stellt sich einfach die Frage ob es so etwas wie eine reine katholische Lehre überhaupt gibt oder ob man alles, das historisch gewachsen ist unter einem gemeinsamen Dach zusammengestoßen und dann mit Gewalt durchgesetzt hat ?

Wenn ja, ist das vermutlich in allen anderen Religionen genau so passiert und Voodoo ist auch nur eine Überlagerung des Isis-Kults mit Ahnen- und Geisterverehrung die schon da war und dann noch eine christliche Schicht dazu gekommen ist.

1 Antwort
  1. Peter
    Peter says:

    Die schwarzen Madonnen in Europa waren allesamt einmal weiß und wurden im lauf der Jahrhunderte durch kerzenrauch und weihrauch schwarz. Santiago, einsiedeln etc.
    Jesus und auch Maria waren jedoch und das sollte nicht vergessen werden, ehemals, Palästinenser.

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