Der Machtkampf der Sauds und Wahabiten

Wie Medien berichten, laufe in Saudi-Arabien aktuell eine Verhaftungswelle unter verschiedenen Mitgliedern der Königsfamilie und mittlerweile meldete sich bereits der iranische Präsident Rohani zu Wort und warnte Saudis vor Macht des Irans.

Tatsächlich ist das Spiel also wesentliche größer, als sich viele das vorstellen können.

Um den derzeitigen Konflikt im Nahen Osten zu verstehen, muss man ein grundsätzliches Verständnis des alten Testaments, genauer des Buches Esther, Psalm 83 und der deutschen Geschichte besitzen. Das Buch Ester wird üblicherweise an Purim, einem Feiertag im Gedenken an die stetige Verfolgung der jüdischen Diaspora gelesen.

Der persische Großwesir Haman trachtet aufgrund einer Zurücksetzung dem Juden Mordechai und der jüdischen Diaspora nach dem Leben und lässt für Mordechai einen Galgen bauen. Mordechai wird aber durch eine Warnung Esters gerettet und schließlich Haman mit seinen 10 Söhnen selber gehängt.

Dazu betrachte man die 10 Nazi-Hauptkriegsverbrecher die an Purim 1946 erhängt wurden. Die Tatsache, dass das Gericht für Erhängen statt, das für Soldaten übliche Erschießungskommando entschied, soll wohl gleichzeitig die Schwere der Strafe, sowie die Referenz zum Buch Esther betonen.

Die Besonderheit des Buches Esther liegt nur darin, dass sie den König auffordert den bereits toten Haman erneut zu erhängen und die etwas seltsame Schreibart im Hebräischen, die mit etwas Fantasie so aussieht, als würde sie einen weiteren Galgen ankündigen.

Ich kann mir also vorstellen, dass diese Begleitumstände den gläubigen Juden mit Blick auf Deutschland immer etwas nervös machen.

Eurabia und der Herrscher des Nordens

Insbesonders Evangelikale Christen, die auf das geschriebene Wort besonderen wert legen, verstehen unter den 10 Söhnen Hamans häufig die 9 mit dem Westen verbündeten arabischen Staaten und Deutschland. Und das ist, worauf die Autorin Gisèle Littman in ihrem Buch Eurabia: The Euro-Arab Axis wohl anspielt.

Ich bin also sicher, dass es Juden gibt, die bei der wachsenden Anzahl der Muslime in Europa, die Befürchtung im Hinterkopf haben, es könnte eine Allianz entstehen, die nicht unbedingt ihr bestes möchte.

Man kann dann Psalm 83 als Fortsetzung der Ester Erzählung deuten, dass ein großer König im Norden (Deutschland) und ein König im Süden (Gebiet des heutigen Irans) , die sich auf dem Gebiet des heutigen Israels bekämpfen würden. Nachdem es solche Konstellation in der Geschichte nie gab, ist das wohl eher eine auf die Zukunft-Prophezeiung.

Wenn man das verstanden hat, versteht man auch weshalb aktuelle politische Entwicklung, einige Menschen in Israel besonders nervös macht und weshalb der Sowjetunion Afghanistan wichtig und das heutige Russland enger Verbündeter des Iran ist.

Saudi-Arabien und seine Außenpolitik

Wieso sollten Araber also genau die Mode-Marke Thor-Steinar kaufen, im großen Ausmaß in Deutschland investieren und hier Missionierung betreiben ? Weil sie eben nicht bekloppt sind, die Bibel gelesen haben und wissen, dass viele Menschen in Europa daran glauben.

Spätestens wenn in Teheran also eine “Holocaust-Konferenz” läuft und die üblichen Verdächtigen der europäischen Relativierer und Leugner-Szene eingeladen sind, sollte jeden dämmern, was für ein Süppchen da gekocht wird. Das Problem dürfte eher sein, dass Erdogan voll in die Parade gefahren ist und vermutlich selber Kalif an Stelle des Kalifen werden möchte.

Erdogan und seine Fanboys postulieren ihn zwar bereits auf Social-Media als “Anführer der islamischen Welt”, das wird aber wenig ändern, dass für viele Araber Türken nur eine Art “Unteraraber” sind, die ihre oft hakenförmigen Riechkolben, in ein Spiel stecken, das größer ist und sie nichts angeht.

Das Problem ist nun, dass Erdogan mit seinem sehr harten Vorgehen nach dem gescheiterten Putsch zu stark ins Getriebe gegriffen hat und auch die anderen Akteure zum Handeln zwingt. Wenn also nacheinander der Emir von Katar und der König von Saudi Arabien bei Putin aufschlagen, wird wohl der Herr von Bosporus ein wesentlicher Gesprächspunkt gewesen sein.

Tatsache ist aber auch, dass Saudi-Arabien, wie es jetzt ist, zu ineffizient läuft um sich als Führungsnation gegen den Iran einerseits und die Türkei andererseits durchzusetzen. Und deshalb ist König Salman vermutlich gezwungen, im Karton etwas aufzuräumen.

Von Prinzen und “Prinzlingen”

Der erste König von Saudi-Arabien heiratete die Töchter verschiedener wohlhabender Familien, um seine Herrschaft zu sichern. Das bedeutet aber auch, dass sich innerhalb der königlichen Familie verschiedene Clans bilden, die zwar väterlicherseits alle verwandt sind aber sich in mütterlicher Linie unterscheiden. Bisher war es immer so, dass sich die 3 Hauptclans, der 3 Hauptfrauen im Rotationsprinzip abwechselten, weshalb der neue König immer ein Halbbruder
aus einem anderen Clan war.

Nur der neue Kronprinz ist eben der Sohn des aktuellen Königs und das bricht das Rotationsprinzip. Es bedeutet schlicht, dass sich einer der Clans zur Dynastie aufschwingt und das werden die anderen Clans nicht mögen. Entsprechend ist vermutlich einigermaßen nachvollziehbar, welche Prinzen jetzt im Gefängnis sitzen und welche nicht.

Vermutlich hätte man diese auch sanft, langsamer und sauberer handhaben können aber eben nicht, wenn sich der türkische Präsident schon als nächster Kalif sieht.

Wie es weiter geht wird

Der ursprüngliche Plan wird wohl gewesen sein, sich über Hilfskonstrukte wie die Mittelmeerunion langsam an die EU und Deutschland im speziellen heranzuwanzen, im Land zu investieren und über Muslimbrüder in höheren und über Wahabiten in niedrigeren gesellschaftlichen Schichten an Einfluss zu gewinnen.

Die Flüchtlinge dürften von Saudi-Arabien nach Europa auch durch gewunken worden sein, um ein Wählerpotential für zukünftige Beteiligungen in europäischen Parlamenten zu kreiren.

Nachdem das gewissen Publizisten in Deutschland nicht gefallen kann, werden die zwar landauf und landab “Ceter und Mordio” rufen, weil die genau sehen, wo die Reise hingeht aber es wird eben nicht wirklich den Mainstream erreichen.

Dass irgendwer tatsächlich blöd genug sein kann, mit dem Unruhepotential der türkischen Bevölkerung in Europa zu drohen oder Minister auf Wahlkampftour durchs Ausland zu schicken, ist eben immer schwer voraus zusehen.

Vermutlich hätte man also wenig Tränen verloren, hätte ein gewisser Präsident den Morgen nach dem Putsch nicht mehr erlebt. Aber jetzt ist die Situation, nun mal wie sie ist.

Reformatierung

Die türkischen Verbände in Deutschland hatten nie ein anderes Potential, als als Steigbügelhalter für einen anderen Player zu dienen. Und das wollte sie eben nie hören. Die Frage ist, wessen Steigbügelhalter sie spielen dürfen. Das zukünftige Potential für eine salafistische Bewegung sehe ich nicht. Weil ich nicht glaube, dass es Saudi-Arabien ernsthaft gelingt, dass Steuer noch einmal herumzureißen.

Damit werden die zukünftigen Islam-Agenden wohl an den Iran übergehen. Ich kann mir also vorstellen, dass die Türkei versucht, so etwas wie ein 3. Reich auf islamisch aufzubauen und damit auf die Nase fällt. Die Folge davon ist, dass das Schwarze Meer zum russischen Binnenmeer wird und der Iran sich als Führungsmacht in der islamischen Welt etablieren kann.

Im Grunde wird das die russisch-iranische Wunschvorstellung sein und die Türkei glaubt eben, sie könne Russland ausmanövrieren, weil man in Südland eben sehr oft eine ausgesprochen hohe Meinung von sich selbst hat. Wie würde die türkische Diaspora wohl den Verlust ihres Herkunftslandes aufnehmen ? Meine Vermutung ist, nicht so gut.

Bei insgesamt 3 Millionen Deutsch-Türken und etwa 2 Millionen Deutsch-Russen im Land, gibt es vermutlich doch etwas Potential, sich gegenseitig auf die Rübe zu geben. Wer sich daran beteiligt, ist in meinen Augen eben ein Horst.

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