Gothic Kultur und verlassene Landschaften

Während in Berlin die Koalitionsverhandlungen laufen, haben weite Teile der Jugendkultur Facebook lange verlassen und machen sich nun im dunklen Unterbauch des Internets, z.B. 4chan/pol/, Gedanken darüber, ob sie nun einen verwirrten Einzeltäter oder Pinochet-Hubschrauber-Rundflüge für einen passenderen Gesprächs-Mediator hielten.

Wie ich wieder mal feststellen konnte, werden auch schon in Motocross-Spiele Eggs eingebaut in denen man durch verlassene Landschaften düsen kann, auf Hip Hop Alben sind öfter “Hidden Tracks” zu finden und auch SPON hat gewisse Probleme damit, eine jugendliche Zielgruppe zu erreichen.

Während Google+ also früher noch das Potential hatte, zu so etwas wie “Facebook ohne deine Mudda” zu werden, scheint der Zug nun endgültig abgefahren. Viele der etablierten Medien regieren auf eine der dummstmöglichen Weisen, indem sie moralische Panik verbreiten und zum Kampf gegen “Fake News” ausrufen, um damit Deutungshoheit und einen überkommen Moralbegriff durchzusetzen.

Unsere Jugend ist heruntergekommen und disziplinlos. Die jungen Leute folgen nicht mehr ihren Eltern. Das Ende der Welt scheint nahe. – Keilschrifttext um 2000 v. Chr.

Während also gewisse Babyboomer niemals verstehen werden, wieso Fernsehserien wie “Rick & Morty” mit ihrer “Scheiß auf die Regierung, scheiß auf Alles”-Attitüde ein Millionpublikum erreichen, scheinen wir in eine sogenannte Verhaltenssenke oder “Behavioral Sink” eingetreten zu sein.

In anderen Worten, es ist völlig normal wenn sich alte Säcke nach einer Zeit zurück sehnen, in der eine Kugel Eis 3 Pfennig kostete und das öffentlich-rechtliche Fernsehen noch gut war. Sobald Nostalgie vermehrt bei der Jugend auftritt, zeigt dies größere gesellschaftliche Probleme.

Das Calhoun-Experiment und die Lehren daraus

Der amerikanische Ethologe und Verhaltensforscher John Bumpass Calhoun begann 1954 am National Institute of Mental Health, einer Forschungseinrichtung des US-Gesundheitsministerium eine Reihe von Experimenten, zu den Auswirkung von Überbevölkung auf Ratten und Mäuse durchzuführen.

Das Ergebnis der Studien war im wesentlichen, dass nicht nur Futter und Wasser begrenzende Faktoren sind, sondern sich die Versuchstiere selbst, ab einer gewissen Populationsdichte beginnen sich wie asoziale Arschlöcher zu verhalten. So schrieb er im Scientific America unter dem Titel “Population Density and Social Pathology“:

Eine noch größere Anzahl vernachlässigten kurz nach erfolgreichem Wurf ihre mütterlichen Funktionen. Unter den Männchen reichten die Verhaltensstörungen von der sexuellen Abweichung bis zum Kannibalismus und von der frenetischen Überaktivität bis hin zu einem pathologischen Rückzug, aus dem Einzelne nur erscheinen würden, um zu essen, zu trinken und sich zu bewegen,
wenn die anderen Mitglieder der Gemeinschaft schliefen. Die soziale Organisation der Tiere zeigte ähnliche Störungen.

Das extrem dichtbesiedelte Japan ist neben seiner Hochtechnologie vor allem für die abartigsten Sexspielzeuge des Planeten bekannt. Solange die Siedlungsdichte also nicht, auf ein erträgliches Normalmaß zurück gegangen ist, werden die Japaner wohl weiter Hentai Animationen auf Messageboards postenen, indem Oberschülerinnen von Höllendämonen zur Dreiloch-Stute umfunktioniert werden und sich dabei einen von der Palme wedeln.

Was die Mainstream Medien oder diverse Oberlehrer davon halten, wird dabei vermutlich allen am Arsch vorbeigehen und sie werden höchstens als “Normiers” belächelt. Aber Japan hat eben auch keine nennenswerte Migration.

Siedlungsräume schaffen und kolonisieren

Während also impotente Pegida-Latscher mit den Bau von Pappschildern weiter versuchen werdem die Welt retten, haben diverse andere Randgruppen den Knall gehört und damit begonnen, sich eigene Siedlungsräume zu schaffen und alle die ihnen sonst noch auf den Keks gehen daraus zu verdrängen.

Das können neue Gemeinschaften am ostdeutschen Dorf oder andere Fraktionen sein, die sich gerne in Großstädten einnisten. Und das neuste Flüchtlingsprojekt in einem türkischen Stadtviertel anzusetzen, könnte sich eben als nicht ganz unproblematisch erweisen. Während die Restbevölkerung mit einer Mischung aus Neid und Hass wohl darauf herab blicken wird.

Problem ist wie gesagt, abgesehen vom Bevölkerungsdruck, dass es sich für zu viele Menschen, in ihrem Leben zu ausgezahlt Opfer zu sein und sie mit dieser Rolle eben zufrieden sind. Meinen Segen haben sie jedenfalls.

Völlg egal was passiert, sie werden immer noch versuchen, bei der Feuerwehr anzurufen, auch falls dort schon lange niemand mehr abhebt oder sie nur unter massiven Polizeischutz tatsächlich anrücken. Wie eben auch die Nordic Post die Lieferungen an manche Adressbezirk von Großstädten einstellte, als es dort zu gefährlich wurde.

In einigen russischen Regionen kann mir aussuchen, ob ich das Schlagloch mit Materialen für 100 Euro aus dem Baumarkt selbst auffüllen möchte oder lieber die 10 Jahre abwarte, bis die Regierung es tut. In Deutschland würde ich in solchen Fällen, mit keiner anderen Antwort rechnen als “Aber ich hab doch eingezahlt.”

Der religiöse Wandel

Während einige ewig Gestrige, also der festen Überzeugung sind, dass der Papst, der sonst mehr über den Klimawandel spricht, ein neues Kreuzfahrerheer aus Rom heranführen wird oder aber Rom ohnehin muslimisch wird, wird vermutlich beides nicht passieren.

Viel wahrscheinlicher ist die Marschrichtung “Schwarze Loch” der “Behavioral Sink”. Gleichzeitig werden aus den erwähnten Message-Boards und Subkulturen neue Religionsgemeinschaften entspringen, die sich in den neu gegründeten Gemeinden festsetzen.

Ein gutes Beispiel dafür, ist vielleicht Ebola-Chain. Nachdem sich in großen Teilen der afrikanischen Bevölkerung der Glaube hält, westliche Ärzte wollten sie ermorden, indem sie ihnen abraten Ebola verseuchte Leichen zum Abschied zu küssen, ist auf 4chan die Kunstfigur Ebola Chan entstanden.

Nachdem das Meme viral ging, hat sich eine Fangemeinde gebildet, die mittlerweile Comics, Kurzgeschichten oder Animationsfilme hervorbringt. Es hat sich auch die Karikatur einer Religionen entwickelt, indem Menschen zu Ebola Chan beten oder Opfergaben dar bringen. Der Schritt an dem echte Schreine errichtet werden und sich eine Ebola-Chan-Priesterschaft gründet, vollzieht sich gerade.

Kurz zusammengefasst, ein Versagen in der langfristigen politischen Planung hat ein Umfeld geschaffen, dass sich aufgrund der technologischen Entwicklung und des Internets mittelfristig von den Medien nicht mehr beherrschen lässt. Der Trend der sich seit etwa 2009 abzeichnet, ist seit 2016 von der Ignorier- in die Trotzphase eingetreten und im Begriff sich dabei zu festigen.

Menschen, die Versuchen, mit Mitteln der 20-Jahre des letzten Jahrhunderts wie Aufmärsche oder Parteigründungen dagegen anzugehen, werden verutlich auf der Strecke bleiben.

Aus denen die mit der Zeit gehen, werden sich andere soziale Konstrukte wie neue quasi-religiöse Gemeinschaften oder Siedlungsprojekte ergeben, die für die Betroffenen, die Auswirkung abmildern. Dem großen Rest, bleiben vor allem, die dunkleren Bereiche des Internets, wie heute noch anstößige Pornographie, Computerspielen und Unterhaltungskultur.

Es bleibt damit einfach nur zu sagen. Wer nicht mit der Zeit geht, der geht eben mit der Zeit. Und jeder ist sich selbst der nächste.

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