Der kommende Aufstand: Meine Krisenszenarien für Deutschland

Soldat mit Waffe

Es gibt viele Leute die im Internet ein Geschäftsmodell daraus entwickelt haben zu behaupten am Tag X breche der Aktienmarkt vollständig ein und Dollar und Euro würden ihren Wert verlieren.

Je nach Fantasie des Schreibers, fällt dann noch ein Komet vom Himmel oder in Berlin wird der neue deutsche Kaiser gekrönt. Ich halte das für kompletten Schwachsinn. Persönlich halte ich jeden der behauptet irgendwelches Indsiderwissen über die Investmentbanker-Kreise oder mysteriöse Blutlinien zu besitzen für einen Aufschneider und Klugscheißer ohne Freunde.

Die USA hatten in den 1980ern Inflationsraten von 14% bis 20% und passiert ist ganz genau gar nichts. Wenn wir heute daran zurück denken, waren die 80er es eine gute Zeit mit toller Musik und zu vielen unnötigen Schulterposten. Volkswirtschaften zerbrechen nicht einfach so und auch in Deutschland wird Übermorgen auch nicht die neue D-Mark eingefüht. Das sind Dinge die passieren einfach nicht egal wie oft, sie in unzähligen Verschwörungsforen im Internet auch wiederholt werden.

Aufgrund aktueller Ereignisse und der politischen Großwetterlage werden Befürchtungen zu Unruhen im Innland immer häufiger, sodass hier zumindest ein zweiter Blick lohnt.

Sehen wir uns also möglichen Krisenszenarien also einmal kurz an:

1. Fall – Begrenzte Unruhen

Einzelne gut untereinander vernetzte Familien mit gemeinsamen ethno-kulturellen Hintergrund, die gegenseitig ihre Cousinen heiraten rotten sich zusammen und gehen organisiert gegen ihre Mitbürger vor.

Fakt ist, es herrscht in einzelnen Communities tatsächlich häufig ein gewissenes Misstrauen gegenüber europäischen Regierungen, dass neuerdings verstärkt aus dem Ausland auch noch
geschürt wird.

Entsprechend bestünde dann die Gefahr, dass aufgklärtere Familienmitglieder wieder auf überwunden geglaubte Sitte und Gebräuche zurück fallen und zu potentiellen Problemfällen werden.

Ein Beispiel wäre Bosnien indem sich auch eher sporadisch religiöse Muslime durch harten Druck vor allem serbischer Nationalisten wieder hinter ihren Mullahs sammelten.

Tatsache ist, dass problematische Stadtviertel, sofern sie existieren vermutlich auch schon gestern problematisch aren und auch bei einem Rückfall in Stammesstrukturen, dieser nicht in Vakuum stattfindet. Vermutlich gibt es in der betroffenen Region also schon eine Art von Struktur die ihr Einkommen aus Quellen am Rande der Legalität schöpft und jede Änderung der Verhältnisse weniger lustig finden wird. In diesem Fall wird man die betreffenden Regionen vermutlich
weiträmig sich selbst überlassen, die einzelnen Fraktionen gegeneinander ausspielen und die schlimmsten Plagegeister in Schwerpunkt Razzien aus dem Verkehr ziehen.

Also in etwa das, das in vielen brasilianischen Favellas heute schon passiert.

Prinzipiell sind solche Dinge immer auf urbane Gebiete mit hohen Bevölkerungsdichten beschränkt und es besteht kein größerer Grund zu Sorge. Solange man selbst nicht dort wohn, was viele ohnehin von vorneherein vermeiden werden.

2. Fall die Insurgentenbewegung

In diesem Fall sprechen wir über eine Bewegung die über einzelne Großfamilien aus Fall 1 hinausgeht und Formen wie linksgerichtete paramilitärische Verbände in manchen Staaten Südamerikas oder in jüngerer Zeit der IS im Irak und Syrien annimmt.

Entscheidend ist, dass der Übergang zwischen großflächiger Kriminalität und militanten Bewegungen an einem gewissen Punkt fließend ist. In anderen Worten militanter Bewegungen finanzieren sich oft aus großangelegten kriminellen Betätigungen. Dies erfordert ein ausgeklügelstes Logistik- und Unterstützernetzwerk und entsteht ebenfalls nicht von heute auf morgen.

Zusätzlich müssen die Insurgenten auch ausgebildet und trainiert werden und insbesondere im dichtbevölkerten Europa scheint unbemerkt der lokalen Bevölkerung kaum möglich.

Und sobald der erste Trupp im Flecktarn Muster durch ein Dorf voller misstrauischer deutscher Rentner turnt ist dann auch Schluss.

Problematische Demographien in Mitteleuropa sind häufig in Ballungsgebieten konzentriert und verfügen selten über mehr oder weniger sichere Rückzugsgebiete im ländlichen Raum, wie bspw. ETA, IRA oder korsische Separatisten.

Damit unterscheidet sich die Situation in hierzulande fundamental von den Dschungelgebieten Südamerikas, den Wüsten des Iraks und Syrien oder den bergigen Hügelland Afghanistans und
Pakistans.

Großräumige Aufstandsbewegungen sind damit defacto auszuschließen, da sie frühzeitig von Behörden erkannt, unterwandert und zerschlagen würden. In der Regel würde das vermütlich geschehen bevor die generelle Bevölkerung etwas davon bemerkt und dann über die Medien informiert wird.

Allein schon die ausgiebigen kriminellen Aktivitäten im Vorfeld so einer Bewegung würden ein so hohes Interesse von Ermittlungsbehörden auf sich ziehen, dass die frühpensionierte Frühwarnanlage mit zuviel Zeit zwischen Mittagschläfchen und Abendspaziergang gar nicht nötig wäre.

Es ist einfach nicht davon auszugehen, dass sich eine über Fall 1 hinaus gehendes Krisenszenario in Europa aucn nur in Ansätzen entwickeln könnte.

3. Fall – Die “Stealth-Invasion” oder das Ukraineszenario

Hinter so einem Fall, steht in so gut wie allen Fällen ein verfeindeter, einflussreicher Staat der einerseits eine Insurgenten-Bewegung im Land fördert sowie eine größere Anzahl eigener Spezialkräfte in das Land einsickern lässt.

Im Fall der Ukrainekrise also die berühmten “kleinen grünen Männchen” ohne Hoheitsabzeichen und mit russischer Spezialausrüstung. Einerseits kann als gesichert gelten, dass die “Ost-Ukraine-Separatisten” massiv aus Russland unterstützt wurden, und auch, dass eigene Spezialkräfte im Land aktiv waren.

Inwiefern reguläre russische Einheiten in der “Ostukraine” aktiv waren oder sind, ist umstritten. Tatsache bleibt, dass komplexere Waffensysteme wie Artillerie oder Luftabwehr nur von ausreichend geschulten Einheiten zu bedienen sind. Inwiefern die Insurgenten über die nötige Vorbereitungszeit oder die bereits dafür geschulten Mannschaften verfügten ist mehr als fraglich.

Die Ostukraine speziell der Raum Donezk war schon vor der Konfrontation eine mehrheitliche russischsprachige Region mit einer Landgrenze zu Russland und einer starken Präsenz der Schwarzmeerflotte auf der Halbinsel Krim.

Damit scheint auch dieses Szenario für den deutschsprachigen Raum hinfällig. Weder gibt es die feindliche Nachbarschaft noch verfügten die angrenzenden Staaten über die notwendigen Kapazitäten oder Interessen.

In anderen Worten ein “Bürgerkrieg in Deutschland“ ist scheint ein Hirngespinst selbsternannter Crashpropheten die mehr Taschenmesser und Notfallrationen verkaufen zu können.

Generell empfiehlt sich einfach verstärkt auf Umfeld, Familie und sich selbst zu achten. Für den kettenrauchenden Diabeter mit Übergewicht ist schon Montag Morgen ein Überlebenskampf unabhängig davon, wie viele Dosenravioli er im Keller stehen hat.

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