Todesdrohungen nach Treffen von Atheisten Facebook Gruppe

Atheist Republic, Facebook Gruppe (Anm. Gesichter verpixelt)

Die Atheist Republic Consulate of Kuala Lumpur scheint nun der Zorn des örtlichen Religionsministeriums und Teilen der Bevölkerung getroffen zu haben. Die Facebook Gruppe mit 1,7 Millionen Mitgliedern hat ein Offline-Treffen in Malaysia veranstaltet und Ermittlung laufen, ob sich unter den feiernden auch Muslime befunden haben könnten.

In einer Stellungnahme der malaiischen Regierung heißt es dazu:

Die Regierung wird untersuchen ob Muslime dem Atheisten Klub Kuala Lumpur beigetreten sind.

So der stellvertretende Minister aus dem Büro des Premierministers Dr. Asyraf Wajdi Dusuki

Wenn es nachgewiesen ist, dass Muslime in atheistische Aktivitäten verwickelt waren, die ihren Glauben beeinflussen könnten, könnte das Ministerium für religiöse Angelegenheiten oder Jawi Maßnahmen ergreifen.

In sich entwickelnden Nationen sind soziale Netzwerke weit stärker verbreitet als in Deutschland. Besonders gilt das für die Länder Südostasiens in denen Twitter und Facebook wesentliches Werkzeug der Kommunikation zwischen Jungen, Menschen sind. Der Trend geht soweit, dass Facebook per Satellite kostenlos seinen Service in Teilen der 3. und 4. Welt anbieten möchte.

Von den betroffen Nationen wird dies unterschiedlich verstanden. In Malaysia gilt zwar pro forma Religionsfreiheit allerdings ist insbesondere das Verlassen des Islams mit größeren bürokratischen Aufwand verbunden. Generell wird dabei unterschieden, ob der/die Betroffene als Muslim geboren oder die Religion erst später angenommen und jetzt wieder aufgeben möchte.

Auch wenn sich die Abläufe beider Verfahren zwar ähnlichen handelt es sich streng genommen, um zwei unterschiedliche Verfahren.

Insbesondere in den Online-Medien hat die Veranstaltung zu einem Sturm der Entrüstung geführt. Vielen konservativen und wahabitisch orientierenden Muslimen gehen die angekündigten Schritte nicht weit gut, wie sie an zahlreichen Messageboards und sozialen Medien kundtun.

Imgur Posting

In einem Aufruf der Medien wandten sich die großen Tageszeitungen Malaysias an die Bevölkerung und riefen zur Ruhe und Besonnenheit auf. Insbesondere stellten sie klar, dass diverse Aufrufe im Internet dem moderaten Image des Landes im Ausland ernsthaft schaden könnten.

Fairerweise muss man zugeben, dass Malaysia tatsächlich einen moderaten Islam lebt und ebenso wie viele andere Staaten der islamischen Muslime unter Missionierungsversuchen strenger wahabitischer Richtungen, die insbesondere von Saudi-Arabien ausgehen.

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