Die christlichen Kirchen Ägyptens haben beschlossen ihre Tätigkeiten, besonders Konferenzen und Rundreisen bis Ende Juli einzustellen. Im Hintergrund stehe eine Warnung der Sicherheitskräfte bzgl. möglicher erneuter Angriffe auf Kirchengebäude und weitere Einrichtungen.

Im Mai kostete ein Anschlag auf eine koptische Reisegruppe 29 Menschenleben. Ein Monat später, am Palmsonntag, folgte ein Selbstmordattentat auf eine koptische Kathedrale mit 44 Toten.

Bereits im Februar diesen Jahres veröffentlichten mutmaßliche IS-Quellen ein Video, indem ankündigt wurde die ägyptische Hauptstadt Kairo von Christen „reinigen“ zu wollen.

Koptische, katholische und evangelische Kirchen kamen zu dem Entschluss ihre Aktivitäten vorläufig ruhen zu lassen, ausgenommen sind davon Kirchen in Alexandria den regulären Betrieb weiter aufrecht erhalten wollen und  die Sicherheitsmaßnahmen erhöhen.

Die im Februar veröffentlichten Drohungen richteten sich vor allem gegen koptische Christen, die von der Anschlagsserie im Mai besonders getroffen wurden. Die christliche Minderheit Ägyptens ist stark auf dem Bereich Oberägypten konzentriert, sodass es vereinzelte Befürchtungen gibt, der Staat könnte entlang der Konfessionslinien erneut in zwei Teilgebiete zerfallen.

Insbesondere in seiner Frühgeschichte wechselten sich Phasen eines vereinigten Staates mit denen eines getrennten Unter- und Oberägypten ab.

Ein Schwerpunkt der terroristischen Aktivitäten befindet sich auf dem Gebiet der Sinai Halbinsel. Der Sinai stand im Verlauf des 20. Jahrhunderts mehrfach unter israelischer Kontrolle und islamistische Gruppen, die in diesem Teil des Landes operieren verübten wiederholt Anschläge auf die Gaspipeline zwischen Ägypten und Israel.

Der gegenseitige Handel ist dabei wichtige Stütze des Friedens und der Stabilität in der Region.

Die Messerattacke vergangenen Freitag wiederum richtete sich gegen ausländische Touristen und damit eine weitere wesentliche Säule der ägyptischen Wirtschaft.

Gemeinsam mit dem Zerfall Libyens und des Iraks sowie der Bürgerkrieg in Syrien, Yemen und Aufruhen und Revolten im Rest der arabischen Welt scheint das gesamte Gebiet in eine Phase der Unordnung und des Chaos überzugehen.

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