Über Jenseits und Hölle im Islam

Grundsätzlich gibt es zwei unterschiedlich von Hölle und Jenseits Vorstellung. Einerseits ist das die Vorstellung des Jenseits als Ergebnis persönlicher Leistung, wie wir sie insbesondere in heidnischen Kultur dargestellt finden.

Die Religionen der Schrift hingegen verstehen die Hölle als Ort unvorstellbarer Grausamkeit uns großen Leids, die als Strafe auf die diejenigen fällt, die die Gebote des Propheten missachten. Spiegelbildlich erhalten die die Gebote halten große Belohnungen, wenn auch in einer späteren Welt.

Der entscheidende Punkt dabei ist, dass nicht so sehr eigene Leistung als Gehorsam belohnt wird. Das ist der fundamentale Unterschied zwischen den heidnischen Religion und denen der Schrift. Aus Sicht der menschlichen Entwicklung ist das auch vollkommen logisch und entspricht dem Übergang von der k-Selektion zur r-Selektion.

Von Hasen und Wölfen

Eine Jäger und Sammler Gesellschaft ist k-Selektiv, in der Natur entspricht das im wesentlichen den Wolf. Die Beute ist direkt abhängig von den Fähigkeiten des Jägers. Die Beute ist dabei extrem nahrhaft und ein Hirsch oder eine Antilope kann eine Familie eine ganz Zeit lang versorgen, allerdings sind sie schwer zu fangen und Verarbeitung und Lagerung sind nicht ganz einfach. Wie diese Szenen aus „I am Legend“ eindrucksvoll darlegen.

Diese Art von Gesellschaften achten daher immer darauf tatsächliche Leistung zu belohnen. Der Punkt der beim Koran von Gelehrten in Brot gerne unterschlagen und von Salafisten überbetont wird ist, dass es sich beim Koran auch um Feldhandbuch handelt. Der Prophet kam nicht wie Jesus Christus als Bettelmönch und Wanderprediger in die Welt, sondern als Machtpolitiker und Feldherr und zwar als ein überaus fähiger.

Die Koran enthält entsprechend einige Kapitel die sich mit Aufstellung, Ausrüstung, Unterhalt und Disziplin der Truppe sowie der Aufteilung der Kriegsbeute beschäftigen. Wenn der Koran sagt, ein Mann darf bis zu 4 Frauen nehmen, meint das, dass der Koran ganz genau weiß, dass nicht alle zurückkommen werden aber die Witwen und Waisen versorgt sein wollen.

Entsprechend lesen sich auch die islamischen Sünden, die direkt in die Hölle führen.

  • Die Verfolgung von gläubigen Muslimen
  • Mord mit Vorsatz an einem Muslim
  • Wer ohne triftigen Grund den Kriegsdienst verweigert
  • Das Horten von Gold oder Silber ohne Beitrag zum Heiligen Krieg
  • Das Stehlen der Güter von Waisen
  • Wer Gebet oder Almosen unterlässt

Das ist ein Regelwerk, das explizit auf den Kriegseinsatz ausgelegt ist. Und das zu verleugnen, bedeutet einen Teil der Wahrheit zu unterschlagen.

Der Teil mit den Hasen

Die entgegengesetzte Strategie zum Wolf verfolgt der Hase. Ein Hase muss nicht sonderlich intelligent sein und sein Grundnahrungsmittel, das Gras kann nicht ganz so einfach davonlaufen. Allerdings ist die grundlegende Verteidigungsstrategie des Hasen, seine Anzahl. Ein einzelner Hase ist für jeden Art von Raubtier oder Raubvogel leichte Beute. Deshalb treiben sie es auch wie die Karnickel.

Diese Art von Gesellschaften vertritt eine andere Art von Moral, in der dem einzelnen Mitglied nur ein sehr geringer Wert bei gemessen wird. Im wesentlichen ist das, was man eine sowjetische Feuerwalze nennt. Zu Beginn des ersten Weltkrieges wurden an die ersten drei Reihen der russischen Infanterie lediglich Holzattrappen anstatt echter Gewehre ausgegeben, weil man musste, dass sie aller Regel nach nicht lang genug leben werden, sie auch zu benutzen.

Diese Gruppe benötigt entsprechend religiöse Erklärungen, die es attraktiv oder zumindest erträglich machen, sich auch zu opfern. Ein Beispiel dafür sehen wir im aktuellen Mad Max Fury Road

Zur Erklärung hat man den jungen Kriegern einfach eingeredet, wer sich für die Gruppe opfert, fährt dafür mit den Achtzylinder durch Walhalla. Ist zwar Schwachsinn, ich habe aber schon dümmeres gehört.

Die konkrete Darstellung der Hölle im Islam

Je nach Konfession können die Vorstellungen zu Hölle und Jenseits im Islam erheblich variieren, während bspw. im sunnitischen Islam eine einfache Vorstellung von Hölle als Ort der ewigen Strafe und dem Paradies als Ort höchster leiblicher und geistiger Genüsse existiert, zeichnet der schiitische Islam und das Alevitentum ein weit differenzierendes Bild. Der Sufismus schließlich kennt die Lehre der Wiedergeburt. Und führt das insbesondere auf die Koranstelle zurück.

Zunächst lautet der islamische Begriff für die Hölle Dschahannam, der Himmel Dschanna leitet sich direkt davon ab und bildet in seiner Ausführungen die mehr oder weniger exakte Umkehrung der Verhältnisse in der Hölle.

Dabei ist wichtig zu wissen, dass Dschahannam oder Gehenna ein real existierender Ort ist. Genauer gesagt handelt es sich dabei um Gehenna oder Gen-Ben-Hinnom, also die Schlucht des Sohnes (Ben) von Hinnom. Das ist ein Tal, dass von der Stadtmauer der Jerusalem Altstadt zum heiligen Berg Zion verläuft. In der Königszeit Jerusalems also unter den biblisch bekannten Königen Saul, David und Salomo brachten die Kanaäer dabei in Gehenna Kinderopfer für ihre Gottheit Moloch dar.

Das ist der Grund weshalb Hebräer den Ort in aller Regel mieden.

Aus diesem Zusammenhang lassen sich die meisten Bezeichnungen der Hölle im islamischen Kontext verstehen. Im Koran werden durchgehend Wendungen wie Feuer, stark brennendes Feuer, mächtiger Brand, Ort der Zerstreuung oder Haus des Untergangs gleichbedeutend mit Hölle gebraucht.

Das ist eine gängige semitische Art der Bezeichnung so nannte sich der Ort der der Fruchtbarkeitsgöttin Haus des Brotes oder Beth Lechem und die Überraschung, dass das Jesuskind dort geboren wurde, hält sich in engen Grenzen.

Ebenso wie, dass der Ort die Kultstätte des Feuergottes zur Hölle hochstilisiert wurde und der gehörnte Moloch vermutlich auch die Vorlage für die Schaytane lieferte.

Dazu kommt, dass die Bezeichnungen Abgrund oder Höllental, was mit gehenna das eine tatsächliche Schlucht ist Sinn macht. Wie anfangs erwähnt, ist die betrachten der Hölle von besonderer Bedeutung, da für die Eigenschaften des Paradieses die Eigenschaften der Hölle einfach umgedreht wurden.

Gibt es in der Hölle die furchtbarsten und ekelerregendsten Speisen sind es im Himmel die aus gewähltesten und wohlschmeckendsten. Werden die Höllenbewohner an hässliche Teufel gekettet, erhalten die Paradiesbewohner reinste Jungfrauen.

Insbesondere von Bedeutung ist der Weg des verstorbenen nach Ggehenna, der eine starke Ähnlichkeit
mit dem ägyptischen Totenbuch hat. Die Ba Seele des verstorbenen verlässt den Körper um an der Pforte von Gehenna um den Einlass ins Totenreich bitten, während die ka Seele des Menschen im verstorbenen zurückbleibt. Daraus ergibt sich die Bezeichnung Ka’ba für das Heiligtum in Mekka, was ungefähr Körper und Geist bedeutet.

Über Totengericht und den Weg zur Hölle

zitate herz

Darauf folgt des Totengericht mit den beiden Waagschalen auf dem die guten und schlechten taten gewogen und anschließen ein Urteil über die Seele des Verstorbenen fällt. Bisher an dieser Stelle war alles in Butter und wenn jemand aus Jerusalem in die Handelsstadt Mekka kam, lief die Sache vermutlich so ab:

  • Hey, yo Isaak. Alles senkrecht ?
  • Ja, alles gut.
  • Ich hab gehört, ihr hab da so ein Dschahannam Zeug vor eurer Haustür, großes
  • Feuer, gehörnter Typ ?
  • Ja, das sind diese Kanaaniter-Penner, Alter. Voll die Landplage, die Typen.

Die Probleme dürften immer dann begonnen haben, wenn der Prophet begann allzu stark vom bekannten Überlieferungen abweichen. Im konkreten Fall, war das der Höllenbaum Zakkum, der zu großen Spott unter den Zeitgenossen des Propheten führte. Ich versuche die Situation erneut nachzuzeichnen.

  • Hey, Mohammed, Yo. Mein Isaak-Homie war wieder mal in Town. Er sagt
  • Die Dschahannam hat gar keinen Höllenbaum, was labberst du Junge ?
  • Amen, ich sage dir und keiner wird in den Himmel eintreten…..
  • Hey, du hörst mir nicht zu kein Baum.
  • Zweifelst du am Wort Gottes ?
  • Was Wort Gottes, der wohnt dort, Junge.
  • Ich habe den Baum mit meinen Augen in der Dschahannam erblickt.
  • Du warst nie in Jerusalem.
  • Der Herr hat mich des Nächtens auf dem fliegenden Reittier Burakh an die ferne Anbetungsstätte geführt.
  • Wie Burakh, Alter. Kein Reittier, kein Baum, was bullshittest du ?
  • Amen ich sage, wer nur mit einem Buchstaben an den Worten des Herrn zweifel, ist bereits kein Muslim mehr.

Erste und zweite Hidschra

Nachdem es sich Mohammed dann mit allen in Mekka verscherzt hatte und die erste Hidschra nach Äthiopien gescheitert war, begann die zweite Auswanderung der Muslime nach Medina. Die Medina Suren zu Hölle und Jenseits sind zunehmend durch den fortwährenden Kriegszustand zwischen Mekka und Medina gekennzeichnet und neigen mehr zu Gewaltaufrufen als die Mekka Suren.

Neben allerlei Qualen und Folterwerkzeugen, abstoßenden Speisen und Getränken sollten jetzt auch Menschen und die Götzensteine als Brennmaterial des Höllenfeuers dienen.

Ein entscheidender Punkt dabei ist dabei sind dabei wie erwähnt die Höllenqualen. Heidnische Religionen haben zwar fast immer das Konzept einer unsterblichen Seele allerdings ist das Konzept einer strafenden Hölle eher ein christliches/muslimisches Ding auch das jüdische . Das eigentlich Hel der nordischen Mythologie oder der Hades der Griechen sind mehr oder weniger.

Bei den kriegerischen Stämmen der Indogermanen gab es darüber das Konzept des Endkampfes zwischen Gut und Böse. Indem die jeweils besten der Krieger durch einen Heldenhaften an der Seite ihrer Götter in die Endschlacht zwischen gut und böse ziehen. Sei es Primaner bei den Persern oder Armagnac der Wikinger.

Eine kurze Darstellungen, wieso eine solche Begründung aus Sicht der Priester, Herrscher und Heerführer Sinn machen könnte, finden sich im aktuellen

Mekka Zeit, Medina Zeit und die Theologen

Allgemein bleibt zu sagen, dass die Vorstellungen von Hölle und Jenseits im Verlauf der Geschichte immer düsterer und unnatürlicher werden. Zu Beginn, also den Suren aus der Mekka-Zeit sind die Vorstellungen noch relativ moderat.

Die Sünder werden zum Jüngsten Gericht geführt, dann die guten und schlechten Taten mit Mitgefühl gewogen und anschließend entweder in Paradies oder Hölle überführt.

Diese Vorstellungen werden im Verlauf der Zeit immer detaillierter und ausführlicher und fanden nicht die ungeteilte Begeisterung der Zuhörerschaft. Das gilt bspw. für den Höllenbaum Zakkum.

Mit zunehmender Länge der Höhlenerzählung entstanden neue Bedürfnisse, bspw. die Frage nach Getränken und Speisen, sowie Unterbindung der Höllen- bzw. Paradiesbewohner. Tatsache ist, dass diese eher simpel gehalten werden. Das bedeutet, dass die Paradiesvorstellung mehr oder weniger der exakte Spiegel der Höllenvorstellung sind.

Gibt es in der Hölle die furchtbarsten und ekelerregendsten Speisen sind es im Himmel die ausgewähltesten und wohlschmeckendsten. Werden die Höllenbewohner an hässliche Teufel gekettet, erhalten die Paradiesbewohner reinste Jungfrauen.

Fassen wir alles zusammen

Die Theologen der nachkoranischen Zeit haben es dann noch weiter ausgebaut, spezielle Flüsse und Gebirgsketten dazu erfunden, sie benannt und damit begonnen Kartenmaterial zu entworfen. Sofern ich die bisher getroffenen Aussagen der verschiedenen salafistischen Gruppen überblicken kann, scheinen diese eine Mischung aus Hörensagen, Volksglauben und Dingen zu sein, die sie sich aus dem Finger gelutscht haben.

Zu einem der umstritteneren Konzept zählt bspw. der Höllenbaum Zakkum, der eine Hauptnahrungsquelle der Höllenbewohner darstellen soll und zu mitunter recht bitteren Spott der Zeitgenossen des Propheten führten.
Entsprechend wird klar, weshalb der Koran in der Medina Zeit in diese Richtung erweitert wurde, einfach weil sich die junge islamische Gemeinschaft im Kampf um ihre Existenz befand.

Die Ausschmückungen der späteren Theologen kamen vermutlich daher mehr Geld zu verdienen und die Salafisten bullshiten ohnehin die meiste Zeit, da die lustigen Kostümchen vermutlich darüber hinwegtäuschen sollen, dass sie eben keine Islamgelehrten sind. Wenn eine neue Schwester die Vollverschleierung trägt, ist das ebenso kein sicheres Zeichen von Selbstvertrauen.

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