Deine alten Wunden trösten

Zuletzt bearbeitet: 30. Mai 2017 @ 3:20
Tee KesselNoch mehrere Stunden halten mir seine verletzenden Worte in den Ohren. Ich fragte mich nachdrücklich, ob die Schwierigkeiten in unserer Beziehungen mein Fehler waren. Den einzigen Halt den ich fassen konnte, bestand in der dampfenden Tasse Tee auf den Tisch vor mir.

Voraussetzung für Wachstum ist stets uns zu ändern. Die Grundlage besteht darin zu ändern wie wir über uns selbst denken, die Realität wird anschließend folgen.

Wann immer du im Klassenraum sitzt, um Dinge zu lernen, die dich nicht interessieren, wann immer du deine Steuererklärung abgeben musst oder dich über Korruption oder Benachteiligung in der Verwaltung geärgert hast, hast du dich machtlos über dein eigenes Leben gefühlt, wolltest dich losreißen und endlich authentisch leben.

Wie so viele Generation vor dir, wolltest du ausbrechen. Der durchschnittliche Mensch lebt in einer Welt voll physischer Grenzen und strenger Regeln. Er sieht nicht, dass er die Welt verändert, wenn er sich selbst ändert. Und an diesem Punkt, kommt die Angst ins Spiel, tief in jedem von uns steckt die Angst nicht gut genug zu sein, die uns davon abhält unsere Probleme zu lösen.

Das eigene Wohlbefinden

Die Notwendigkeit, das uns trösten zu müssen entspringt dem Gefühl selber nicht gut genug zu sein. Die Ursache liegt vermutlich in bisherigen Lebenserfahrungen. Die wirklich Entscheidungen ist auf die inneren Konflikte zuzugehen statt vor ihnen davon zu laufen. Oder anders gesagt, unabhängig und selbstliebend zu werden statt abhängig. Abhängigkeit ist einer der häufigsten Zustände in vielen Beziehungen, den wir nur zu oft mit Liebe verwechseln.

Die Maßnahme die ich dir dazu vorschlagen möchte, ist ein Gedankenexperiment. Nehmen wir für einen Moment an, dass Zeit nicht existiert und nicht anders als eine Brille ist, durch die wir unser Leben wahrnehmen.

Mit zunehmender Anzahl von Berichten kristallisierten sich schließlich bestimmt Stationen heraus, die typischerweise eine Nähtod-Erfahrung charakterisieren. Dazu gehören vor allem das Erleben von Außenkörperlichkeit, die Begegnung mit verstorbenen Verwandten und einem “Lichtwesen” sowie der Rückblick auf das bisherige Leben. – Nahtod.de

Viele Menschen berichten, dass sie in gefährlichen oder beinahe tödlichen Situationen ihr bisheriges Leben vor ihrem inneren Augen als Film ablaufen sehen. Was ich dir nun vorschlagen möchte ist, dass unser Leben in Wahrheit nur ein Film ist, in dem du die Hauptrolle übernimmst.

Es gibt diese Situationen, vor allem bei Missbrauchsopfern in denen das Leiden so unerträglich wird und einfach die Vorlauftaste drücken. Sie spalten einen Teil ihrer Persönlichkeit ab, den sie nie wieder oder nur mit größter Mühe, wieder in das eigene Selbst integrieren können. Vielleicht bringt dir folgende Filmausschnitt näher, was ich konkret meine.

Augenscheinlich scheint es hier irgendeine Art der unterdrückten Erinnerungen zu geben, an deren Stelle einfach ein Schalter im Kopf kippt. Und diese abgespaltenen Teile unserer Persönlichkeit sind es, die uns zwingen etwas in anderen Menschen zu suchen, das wir in uns selbst nicht finden können. Die Integration dieser Teile in uns selbst ist entscheidend.

Der Safe Space

Um wieder ganz zu werden, was wir von Geburt eigentlich sind, bedarf es eines geschützten Raums. Wir alle suchen Sicherheit, die wir in der modernen Welt weniger und weniger finden, das macht es nötig uns eigene Wohlfühloasen zu schaffen. Haben wir so einen Ort gefunden, kann die Arbeit an uns selbst beginnen.

Dieser „Safe Space“ ist in erster Linie eine schöne Erinnerung und soll unser „Basis Camp“ sein, von dem wir den Berg unserer verschütteten Ängste besteigen. Nachdem das ein zutiefst persönlicher Ort ist, gibt es dabei kein Richtung oder falsch.

Am Besten kann man es sich wie den „Patronus“-Zauber aus den Harry Potter Filmen vorstellen.

Lupin lehrt Harry in dieser Szene, dass diese schöne Erinnerung, genau das ist, dass uns gegen Schatten ankämpfen lässt, um selber stärker und vollständiger zu werden. Das ist zwar nur ein Bild aber es stimmt. Nachdem es nur ein Ort in deinem Geist ist, gelten dabei keine Einschränkungen von möglich oder unmöglich.

Die schamanische Reise und die Rolle von Begleitern

Der Islam kennt keinen Mittler zwischen Mensch und Gott. Und das ist eine Perspektive, die ich übernehmen würde. Du bist selber Experte für dein eigenes Leben. Der Weg zu einem glücklicheren, erfüllteren und erfolgreicheren Leben, führt über die Aufarbeitung der Vergangenheit und das kannst nur du selber schaffen und Ausgangspunkt dafür, ist eine schöne, positive Erinnerung.

Wer die Vergangenheit kontrolliert, kontrolliert die Zukunft: wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert die Vergangenheit. – George Orwell

Das gesagt, gibt es Menschen die sich selbst ausgesprochen wenig zutrauen und auf die Hilfe und Kompetenz anderer bauen. Das war vermutlich die Rolle der Schamanen, die später insbesondere im Sufismus aufgehen.

Eine geführte Meditation, das dhikr Ritual oder die schamanische Reise beschreiben ein und dasselbe. Es bedeutet an die Wurzel deiner Probleme zurückzukehren und dein inneres Kind trösten. Wenn du dir dasselbe nicht zutraust empfehle ich immer professionelle Hilfe zu suchen und nicht zuletzt eines ausgebildeten und zugelassenen Psychotherapeuten, Psychologen oder Psychiater. Entscheidend ist hierbei deine Perspektive zu ändern und eine Therapie als Ressource zu sehen. Es geht nicht darum, dich abzustempeln, sondern dir „Superkräfte“ zu verleihen. Mehr dazu in Kürze.

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